09/17 Der Schornsteinfeger von morgen

Der Schornsteinfeger von morgen

Daniel Ritter

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wie könnte der Schornsteinfeger von morgen aussehen? Welche Aufgaben nimmt er wahr und wie sind die Betriebe aufgestellt? Dies sind Fragen die den ZDS und mich aktuell beschäftigen.

Durch den Strukturwandel in deutschen Heizungskellern und den daraus resultierenden technischen Modernisierungen werden an den Schornsteinfeger Anforderungen geknüpft, die ein aktuelles technisches Knowhow erfordern. Vor allem aber wird durch die Modernisierung von Heizwert- auf Brennwerttechnik mit teilweise selbstkalibrierenden Verbrennungsabläufen die Überprüfungszyklen verlängert.

Betrachtet man die Altersstruktur der deutschen Heizungen stellt man fest, dass ein Großteil ein doch schon betagteres Alter um die 20 Jahre trägt. Dies ist eine Gegebenheit die jeder für und bei sich überdenken kann. Hierdurch ist in den nächsten Jahren mit einer Vielzahl von Heizungsaustauschen zu rechnen.

Für uns bedeutet das im Klartext weniger Arbeit in unseren gesetzlich gegebenen Aufgaben. Ich persönlich denke jedoch, dass man hiervor keine Angst haben muss. Viel mehr sehe ich darin eine Chance, den Beruf und das Bild des Schornsteinfegers in der Gesellschaft als Partner rund um die Feuerungsanlage und die Energieeffizienz des Gebäudes zu stärken und weiterzuentwickeln.

Dies erfordert jedoch, dass sich jeder Einzelne diesem Stellen muss und bereit sein sollte, neue Kenntnisse und Fertigkeiten zu erlernen, um diese beim Kunden anbieten zu können. Ich möchte hier nicht einen Schwerpunkt auf eine bestimmte Richtung legen. Viel mehr bietet sich ein breites Spektrum an Leistungen, die der Schornsteinfeger von morgen anbieten kann. So wird beispielsweise nicht jeder Betrieb seine Berufung in der Gebäudeenergieberatung finden, sondern sich vermehrt handwerklichen Tätigkeiten wie der Feuerstättenreinigung zuwenden.

Schaut man bei der täglichen Arbeit über den Tellerrand werden viele von uns feststellen, dass uns weitergehende Arbeiten vom Kunden oftmals vor die Füße gelegt wird. Hier wird beispielsweise ein defektes Verbindungsstück oder eine Reinigungsöffnung im Schornstein beanstandet und wir werden vom Kunden gefragt, wer dies denn wieder Instandsetzten würde. Oftmals haben andere Handwerksbetriebe an diesen Kleinaufträgen in Zeiten guter Konjunktur wenig Interesse. Für uns würde dies jedoch durch die örtliche Nähe nur ein geringer Aufwand bedeuten. Bieten wir diese Tätigkeit an, haben wir jetzt oftmals schon einen zusätzlichen Auftrag neben unserer herkömmlichen Tätigkeit vom Kunden erhalten. Dieser ist froh jemand gefunden zu haben, der die Mängel beseitigt und nimmt uns zudem als Kompetenten Handwerker wahr.

Um auf den vermehrten Austausch von Heizungsanlagen zurückzukommen bietet sich hier ein großes Potential im Sektor der Energieberatung. Hier möchte ich insbesondere eine mögliche Förderung des Heizungstauschs durch die KfW und den in Baden-Württemberg existierenden Sanierungsfahrplan erwähnen. Mir persönlich ist schon oftmals aufgefallen, dass die Möglichkeit der Förderung dem Kunden unbekannt ist. Auch die mögliche Teilerfüllung des EWärmeG durch einen Sanierungsfahrplan für das entsprechende Gebäude ist dem Kunden oft weniger bekannt. Hier kann sich der Schornsteinfeger als Energieberater und eingetragener Energie-Effizienz-Experte positionieren, informieren und dem oftmals erfreuten Kunden diese Leistungen anbieten.

Im Vergleich zu anderen Marktpartnern ist es durch den persönlichen, täglichen Kundenkontakt für uns ein Leichtes mit Gesprächen oder das übergeben eines Flyers auf unsere zusätzlichen Leistungen aufmerksam zu machen.

Als Fazit meiner Worte möchte ich sagen, dass niemand vor der Zukunft zurückschrecken muss. Vielmehr müssen und sollten die sich bietenden Chancen genutzt werden. Hier ist es einfach wichtig, schon heute an morgen zu denken und sich auf zukünftige Gegebenheiten einzustellen und entsprechen weiterzubilden.

Auf eine gute, schwarze Zukunft

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